« Ode au grand absent qui ne m’a jamais quitté »

Buchvorstellung und Gespräch mit Jean-Michel Gaussot
Donnerstag, 12. Januar 2017, 19 Uhr
Gästehaus der Universität, Rothenbaumchaussee 34

bildschirmfoto-2016-12-15-um-11-38-28Jean-Michel Gaussot hat seinen Vater Jean Gaussot nie kennen gelernt. Denn ein halbes Jahr vor seiner Geburt im Oktober 1944 wurde der Vater im besetzten Paris von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg deportiert. Der junge Rechtsanwalt Jean Gaussot hatte sich der Résistance angeschlossen, nachdem die deutsche Wehrmacht im November 1942 auch die sogenannte Zone libre im Süden Frankreichs besetzt hatte – zweieinhalb Jahre nach dem Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich im Juni 1940 und der Teilung Frankreichs in mehrere Zonen. Jean Gaussot war 30 Jahre alt, als er nach Monaten körperlicher Schwerstarbeit im April 1945 im Todeslager Wöbbelin bei Ludwigslust an Entkräftung starb, zehn Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen.

Der Verlust des Vaters, den er nie gekannt hat, prägte und prägt bis heute wichtige Lebensentscheidungen und zwischenmenschliche Beziehungen des Sohnes Jean-Michel Gaussot. Er wurde Diplomat und lebte als Botschafter Frankreichs in Ecuador, Togo, Chile und den Niederlanden. Seit einigen Jahren widmet er sich der Erinnerung an die Deportierten, die den Verbrechen der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Er ist Generalsekretär der französischen Amicale de Neuengamme und seit November 2015 Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN).

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der deutsch-französischen Gesellschaft Cluny Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme liest er aus seinem Buch Ode au grand absent qui ne m’a jamais quitté. Im Gespräch mit Susanne Wittek gibt er Auskunft über das Schicksal seines Vaters und dessen anhaltenden Einfluss auf sein Leben.

  • Moderation: Susanne Wittek
  • Mit Übersetzung aus dem Französischen
  • In Kooperation mit dem Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Verre de l’amitié im Anschluss
  • Anmeldung in der Geschäftsstelle bitte bis Montag, 09.01.2017
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